Mit Humor

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

I Abholen

Krankenhaus. Wie erwartet kommt von der Ärztin in der Notaufnahme ein „Wir behalten Sie hier. Ein Pfleger bringt Sie auf die Station.“

Mit meinem Bett werde ich zum Warten auf den Flur geschoben. Kurz darauf werde ich von einer Pflegerin gefragt, wer ich bin und was ansteht. Meine Antwort: „Mein Name ist Thomas S und ich werde abgeholt.“ Sie nickt und geht.

Kurz darauf kommt sie hektisch durch den Flur zurück und bemerkt: „Herr S, sie haben gesagt, dass sie abgeholt werden. Aber sie kommen doch auf Station!“

Ich nicke und antworte: „Ja, aber ich soll hier warten, bis ein Pfleger mich abholt.“

Pflegerin: „Aber ‚abholen‘ bedeutet bei uns ’nach Hause fahren‘!“

Begrifflichkeiten. So wichtig.

II Alt

Die Ärztin kommt mit einem Pfleger und einem Rollstuhl und bittet mich, vom Bett in den Rollstuhl zu wechseln.

„Ich kann aber ohne Probleme gehen.“

Nein, ich muss mich ausdrücklich in den Rollstuhl setzen. Grummelnd mache ich dies und bemerke: „Jetzt fühle ich mich uralt.“

Ärztin: „Das ist unsere Absicht. Dann bleiben Sie jetzt ruhig und brav.“

III Gemütlichkeit

Auf der Station werde ich in ein Zimmer gebracht (vom Flur ins Zimmer darf ich sogar wieder selber gehen!). Dort, wo mein Bett stehen sollte ist ein großer freier Platz, aber kein Bett.

Pflegerin: „Ich organisiere Ihnen noch Ihr Bett, machen Sie es sich zwischenzeitlich gemütlich.“

Ich stelle meinen Rucksack ab und bestätige: „Kein Problem, ich baue mein Zelt auf.“

Ein verdutztes Gesicht und nach einer Sekunde kommt die Frage „Sie haben ein Zelt dabei?!?“

Meine Antwort: „Sie sagten, dass ich es mir gemütlich machen soll. Also baue ich hier mein Zelt auf und mache ein gemütliches Lagerfeuer. Gibt es hier eine Gitarre?“

Nein, sie haben keine Gitarre auf der Station. Auch keine Marshmallows.

Übrigens hat mir niemand verboten, dass ich ein Feuer machen.

IV Ein Prosit

Ich bekomme meine Medizin in zwei 0,5 Liter-Karaffen.

Pflegerin: „Lassen Sie es sich schmecken. Auch wenn es schlimmer schmeckt als es riecht.“

Ich: „Kommt noch eine Blaskapelle vorbei?“

Pflegerin: „Nein, hier wird kein ‚Prosit auf die Gemütlichkeit‘ gespielt. Weder auf Gitarre noch von einer Kapelle.“

Ich hätte da einen Verbesserungsvorschlag.

V Träume

Einleitung der Narkose am nächsten Tag.

Arzt: „Träumen Sie was schönes.“

Ich träumte davon, als Pilot mit einem Wasserflugzeug, meiner Frau, meinem Bandenmitglied und unseren Kindern unterwegs zu sein. Auf den Malediven. Im Tiefflug über hellblaues Wasser.

Flugsucht und so.

VI Flugsucht und so

Arzt bei der Nachbesprechung: „Als sie aus der Narkose aufwachten und wir sie aus dem Raum schoben, murmelten Sie etwas von ‚Rotationsgeschwindigkeit‘. Was ist das?“

Ich habe ihm erklärt, dass diese jene Geschwindigkeit ist, bei der die Nase eines Flugzeugs abhebt.

Habe ich schon erwähnt, dass ich flugsüchtig bin?

VII Daheim

9 Jahre, 11 Monate und vier Tage war ich nicht stationär im Krankenhaus. Das nächste Mal darf gerne länger warten.

Bis dahin: Gruß aus der Hängematte.

Life’s good to us.

Über fliegerbaer

Flugsüchtig. Dosen suchend. Neugierig.
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