Vorfreude

„I need a hero. I’m holding out for a hero ‚til the end of the night.“ sang Bonnie Tyler.
Ich rufe keinen Helden. Ich weiß, dass er  aktuell auf der Autobahn zu mir unterwegs ist.

So schön, abwechslungsreich, von Höhepunkten geprägt und Chancen bietend auch das Jahr 2018 war – es ging an meine körperlichen und psychischen Grenzen. Ehrenamt, mehrere verschiedene Rollen im Arbeitsleben, Vater und Ehemann und immer einen eigenen hohen Anspruch an sich selbst – das zehrt. Umso schöner, dass sich mein Bandenmitglied bereit erklärte, mit mir für ein paar Tage weg zu fahren und Bianca damit auch kein Problem hat.

Und dieses Wissen war in den letzten Monaten für mich eine kleine Energiequelle und trieb mich nicht nur an, sondern gab mir auch ab und an Ruhe und Gelassenheit. Und ein breites Grinsen der Vorfreude.

Trotzdem fragte mich Bianca vor ein paar Tagen, warum ich meine Freude nicht mehr zeige, sondern eher diesbezüglich reserviert wirke.
„Weil ich es selbst noch nicht glauben kann, dass es wirklich klappt“ war meine ehrliche Antwort darauf.

Und heute Morgen sassen wir gemeinsam am Frühstückstisch, der Rucksack war bereits gepackt und ich konnte hibbelig am Tisch sitzen und breit grinsen.

Linus: „Papa, ich freu mich echt für Dich, dass Du mit Matze weg fährst. Auch wenn ich gerne mit fahren würde.“

Bianca: „Wie sehr freust Du Dich? Realisierst Du jetzt, dass ihr weg fährt?“

Ja. Langsam wurde es real. Greifbar. Vorstellbar. Und wie sehr ich mich freue? Erstaunlicherweise so sehr wie vor vielen Jahren, als mein Lebenstraum „in San Francisco stehen“ in Erfüllung ging. Glücklich, entspannt, Vorfreude, breites Grinsen. Gerade letzteres wurde zu einem Dauerzustand.

Bianca und die Kinder verabschiedeten sich, fuhren dann in die Therme Erding und ich erledigte noch, was man eben so macht, wenn alles gepackt und bereit ist: aufräumen, die Küche putzen, etwas lesen und chatten, Staub saugen, Briefkasten drei mal kontrollieren und warten. Breit grinsend und passend zur Musik durch die Wohnung tanzend. Unabhängig davon, was sich die Nachbarn dabei dachten.

Und als es dann an der Haustür klingelte, fehlten mir dann doch trotz allem die Worte.

Wenn Vorfreude Freude wird.

 

Über fliegerbaer

Flugsüchtig. Dosen suchend. Neugierig.
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