An Tagen wie diesen

Da gibt es diesen einen Menschen, an den man immer denkt, wenn man dieses Lied von den Toten Hosen hört:

Ich warte seit Wochen
Auf diesen Tag
Und tanz‘ vor Freude, über den Asphalt
Als wär’s ein Rhythmus
Als gäb’s ein Lied
Dass mich immer weiter, durch die Straßen zieht
Komm dir entgegen
Dich abzuholen
Wie ausgemacht
Zu derselbe Uhrzeit,
Am selben Treffpunkt,
Wie letztes mal.

Endlich hatte ich mich aufgerafft, diesen einen Menschen anzuschreiben, als ich das Lied live (aber nur als Cover) hörte und schrieb genau das: dass sie jener Mensch ist an den ich denke wenn ich dieses Lied höre und mich freuen würde wenn wir uns mal wieder sehen würden.

Und statt in tiefsten Tiefen versinken zu müssen kam sehr schnell eine positive Antwort … und wie es der Zufall gab, war sie mit ihrer Familie in relativer Nähe statt über 700 km entfernt. Und wir machten ein Treffen aus.

Und so kam es, dass ich nach langer Vorfreude auf diesen Tag in Lenggries über die Isarbrücke schlenderte, breit grinste und an mich hielt, um nicht zu tanzen.

Und wie ausgemacht trafen wir uns – zwar nicht an den Rheinterrassen, sondern an der Isar. Aber es war wunderschön. Es gibt einfach Menschen, die man zwar fünf Jahre nicht gesehen hat, aber es so ist als hätten wir uns gerade eine Woche vorher gesehen.

Wir bummelten entlang der Isar, quatschten, lachten und grinsten (nein, wir waren nicht auf Drogen) und suchten Stöcke, die unter der Brücke durchschwimmen könnten (es aber nicht machten – was aber nicht an der Ebbe lag).

Und schließlich bauten wir einen Staudamm quer durch die Isar (inkl. Bauverzögerungen wie am BER), redeten über ernstere Themen, warfen Steine in den kältesten Gebirgsfluss der Alpen und sammelten Holzstöcke für die Kinder.

Der Hunger trieb uns schließlich zurück – natürlich nur nach einer nochmaligen Kontrolle ob jetzt die Stöcke unter der Brücke durchschwimmen konnten (ja, diesmal taten sie das – war wohl jetzt Flut). In der Pizzeria fielen wir dann gleich auf („zwei Einzelplätze, aber bitte nahe zusammen damit wir uns unterhalten können“) und der Kellner musste auch nicht soo oft nachfragen ob wir schon gewählt haben – so viele teils gemeinsame Erinnerungen waren einfach wichtiger.

Die Zeit verflog und dann saßen wir in der Oktobernacht auf einer Isarinsel, warfen Isarkiesel über Bande in die blubbernde Isar und unterhielten uns – über das Leben, die Kinder, Wünsche, Herausforderungen und Vorstellungen. Und vergaßen dabei das Lachen nicht.

Der Jahreszeit geschuldet saßen wir nur bis kurz nach 23 Uhr auf der Steininsel, dann ging es leider zurück. Nicht ohne sich halb aus zu ziehen um das Minion-Tattoo zu zeigen.

Viele Geschichten haben wir ausgetauscht, Legenden aufgefrischt und neue Erinnerungen geschaffen – ein mehr als wunderbarer Abend ist dies geworden.

An Abenden wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.

Über fliegerbaer

Flugsüchtig. Dosen suchend. Neugierig.
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